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Soziale Netzwerke

Wie einige von euch wissen, bin ich mittlerweile seit etlichen Jahren im WWW unterwegs. Es fing mit bescheuerten Netzwerken wie StudiVZ an, ging in Facebook, myspace und Netlog (was sich wohl nie durchgesetzt hat) über und letztendlich landete ich auf Twitter. Damals in der Gründungsphase hatte ich (und es ging wohl einigen anderen ebenfalls so) noch keinen Schimmer, wie es zu nutzen, oder zu verstehen war. Es gab 2007/2008 sogar häufigere Ausfallzeiten, da die Serverauslastungen damals noch nicht perfekt waren und einem wurde lediglich die „Fail Whale“-Grafik angezeigt, welche einem dies mitteilte. Man saß so davor und dachte sich: „Was genau mache ich hier eigentlich?“
Später haben sich daraus viele gute Freunde, Bekannte und sogar eine Liebe entwickelt, welche ich allesamt nicht mehr missen möchte und auch der weitere Nutzen wurde immer deutlicher. Mittlerweile nutze ich es, weil es für mich kein schnelleres und effizienteres Tool gibt. News, Kommunikation, Interessen – selbst Festivalorganisation gibt’s quasi live und das schätze ich sehr. Ich hab dadurch auch fernab der digitalen Welt Menschen getroffen und kennengelernt.

Leider und das stört mich massiv; funktionieren Shitstorms, Hexenjagden und Mobbing nach dem gleichen Prinzip und je größer die Reichweite ist, umso schlimmer wird es in dieser Hinsicht auch. Erst heute wieder prasselten Mentions auf mich ein, die einem Retweet zu Grunde lagen (welcher mich quasi an den Pranger stellen sollte – nehme ich mal an), weil ich jemanden kritisierte. Erst heute las ich wieder beschämende Tweets bezüglich des heute abgestürzten Flugzeugs und immer wieder stelle ich fest, wie unbedacht Menschen miteinander umgehen – oder wie egal sie ihnen sind. Glücklicherweise bin ich mittlerweile alt (oder erfahren) genug, einfach gleich den Block-Knopf zu betätigen oder Beleidigungen einfach gar nicht erst an mich ranzulassen. Nee, die meisten lassen mich lachen, oder zumindest müde lächeln. Ärgerlich wird es erst – und das war das letzte Jahr leider häufiger der Fall – wenn in mein Privatleben eingegriffen wird – sei es von falschen Personen oder denen, die sogar meinen alten Arbeitgeber anschreiben und dabei nicht bedenken, was für weitreichende Folgen das haben kann. In so Situationen wie jenen, hab ich mehr als ein Mal nur überlegt den Sozialen Netzwerken (und wenn wir mal ehrlich sind: die anderen sind nicht besser, vermutlich sogar schlimmer) den Rücken zu kehren.

Dann gibt es aber auch Momente, wie die in den letzten zwei Tagen. Sie zeigen, wie viel man durch die Gemeinschaft und den häufig totgeglaubten Zusammenhalt bewegen kann. Wie viel man erreichen kann, wenn man es wirklich will und wie viele tatsächlich gute Menschen es gibt. Die Rede ist von einer Aktion, die ich ja gestern erst hier ansprach und die dazu dient, einem Freund in Not zu helfen. Alles Wichtige dazu erfahrt ihr auf dieser Seite.
Ich hab mir zwei Tage lang (und ich werd’s auch weiter tun) den Arsch aufgerissen, Infos gesammelt, zig Leute und Kontakte (re)aktiviert, kaum geschlafen, debattiert, mich wiederholt; und und und. Aber und das ist jetzt wichtig zu sagen: für mich als Einzelperson hätte das nicht so gut funktioniert. Es haben sich schon so viele Menschen gemeldet, haben bereitwillig mitgeholfen und gespendet, haben aus vielen Zahnrädern ein großes gemacht. Die Momente, in denen ich sehe, dass anderen ohne zu Zögern Halt gegeben wird und dass viele einzelne, teils fremde User als Gemeinschaft fungieren, wiegen jene auf, die mir manchmal Kopfzerbrechen bereiten.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen bisherigen und hoffentlich noch kommenden Helfern und bei denen, die meinen inflationären Link- und Hashtaggebrauch aushalten. Ihr seid super. ❤

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